Erklärfilm
Ein kurzer Erklärfilm kann komplexe Zusammenhänge nur vereinfacht darstellen. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, finden Sie hier weiterführende Hintergrundinformationen.

In der biomedizinischen Forschung bezeichnet ein „Modell“ ein vereinfachtes Abbild eines biologischen Systems – zum Beispiel eines Organs, eines Krankheitsverlaufs oder eines ganzen Organismus. Modelle helfen dabei, komplexe biologische Prozesse besser zu verstehen, insbesondere solche, die im Menschen nicht direkt untersucht werden können. Sie sind zentrale Werkzeuge der Forschung: Mit ihrer Hilfe lassen sich Hypothesen überprüfen, Wirkstoffe testen und biologische Mechanismen aufklären.

Tierversuche haben in der biomedizinischen Forschung eine lange Tradition und ermöglichten viele fundamentale Erkenntnisse. Das tun sie auch weiterhin. Forschung an Zellkulturmodellen erweiterte ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts das Instrumentarium der Forschung. In den letzten rund 15 Jahren hat sich das Methodenspektrum stark erweitert: Organoide, 3D-Biodruck, Organ-on-a-Chip-Systeme sowie Computersimulationen eröffnen neue Möglichkeiten. Für bestimmte Fragestellungen können sie Tierversuche ersetzen oder sinnvoll ergänzen und bringen die Forschung näher an eine personalisierte Medizin. Aber auch hier gilt – ebenso wie bei Tierversuchen – nicht alles ist auf den Menschen übertragbar.

Tierversuche sind genehmigungspflichtig. In Deutschland werden bei Tierversuchen in erster Linie Mäuse, Fische und Ratten eingesetzt. Trotz steigender Forschungsaktivitäten sinken die Zahlen: 2014 wurden 2.798.463 Tiere in der Forschung eingesetzt, 2024 waren es hingegen nur 1.954.469.

Biomedizinische Forschung ist vielfältig und verfolgt unterschiedliche Ziele:
Es gibt nicht „die“ biomedizinische Forschung. Forschung wird von unterschiedlichen Akteuren betrieben und geht auf unterschiedliche Beweggründe zurück. In der Grundlagenforschung ist der Erkenntnisgewinn die Antriebskraft, in der angewandten Forschung die Lösung eines konkreten Problems und in der Regulatorik – also Prüfungen und Kontrollen nach gesetzlichen Standards – die Sicherheit von Mensch und Umwelt.

In der Grundlagen- und translationalen Forschung sind die Methoden prinzipiell frei wählbar, unterliegen aber ethischen und rechtlichen Prüfungen. Bei der Medikamentenentwicklung und der Chemikalienprüfung hingegen gibt es für die Sicherheitsprüfung sehr genaue Regularien mit welchen Methoden und wie geprüft wird.
Kurz gesagt ist die biomedizinische Forschung von der Grundlagenforschung bis hin zur Entwicklung neuer Diagnostik und Therapie ein dynamisches und sehr komplexes Gebiet, das unser Verständnis vom Menschen, seinen Krankheiten und deren Behandlung stetig erweitert. Dabei sind wir zwingend auf Modelle mit hoher Aussagekraft für die Natur des Menschen angewiesen. Innovationen wie humane dreidimensionale Modelle aus Stammzellen leisten einen wachsenden Beitrag zu dieser faszinierenden Forschung und zu neuen Therapien. Sie bieten ein weit überdurchschnittliches wirtschaftliches Wachstumspotential und helfen dabei, Tierversuche zu ersetzen.