
In der biomedizinischen Forschung bezeichnet ein „Modell“ ein vereinfachtes Abbild eines biologischen Systems – zum Beispiel eines Organs, eines Krankheitsverlaufs oder eines ganzen Organismus. Modelle helfen dabei, komplexe biologische Prozesse besser zu verstehen, insbesondere solche, die im Menschen nicht direkt untersucht werden können. Sie sind zentrale Werkzeuge der Forschung: Mit ihrer Hilfe lassen sich Hypothesen überprüfen, Wirkstoffe testen und biologische Mechanismen aufklären.
Es gibt verschiedene Arten von Modellen in der biomedizinischen Forschung, einige werden hier kurz vorgestellt:
Jedes Modell hat spezifische Stärken und Schwächen. Grundsätzlich gilt: Ein Modell bildet immer nur einen bestimmten Ausschnitt der Realität ab – es ist auf eine konkrete Fragestellung zugeschnitten und kann niemals das gesamte biologische System vollständig erfassen. Dies bedeutet für Tiermodelle und Alternativen gleichermaßen: Ein Modell ist für etwas, aber nie für alles geeignet.
Tiermodelle zeigen zum Beispiel Wechselwirkungen im ganzen Körper, lassen sich aber nicht unbedingt exakt auf den Menschen übertragen. Organoide und biodruckbasierte Gewebe aus menschlichem Gewebe wiederum stellen Ausschnitte des menschlichen Originals dar, bilden jedoch keine vollständige Körperumgebung nach. Bislang fehlen bei Untersuchungen mit Organoiden meist Blutgefäße und das Immunsystem sowie Wechselwirkungen zwischen Organen. Aus diesem Grund kombinieren Forschende in der Regel mehrere Modellansätze, um möglichst aussagekräftige und verlässliche Ergebnisse zu erzielen.
Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen, genetische Voraussetzungen und viele weitere Faktoren beeinflussen, wie ein Mensch auf eine Behandlung mit z.B. einem Medikament reagiert. Daher versucht die Forschung, mit verschiedenen Modellen und - wenn möglich an Menschen gewonnen Daten - möglichst repräsentative Aussagen zu treffen. Eine vollständige Abbildung aller individuellen Unterschiede ist kaum möglich.